Flexibilität Arbeit Wirtschaft 4.0 digitalisierte Arbeitswelt
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Flexibel arbeiten braucht Regeln

Bundesregierung, Mitteilung vom 15.03.2016

"Der Mensch wird der Dreh- und Angelpunkt in unseren Betrieben bleiben - bei allem technischen Fortschritt", zieht Bundesarbeitsministerin Nahles Zwischenbilanz im Dialog Arbeiten 4.0. Die digitale Arbeitswelt werde sich positiv entwickeln, wenn Unternehmen und Beschäftigte sie zusammen gestalten.

"Wo mehr Flexibilität verlangt wird, müssen im Gegenzug neue Sicherheiten her", so Nahles zur Eröffnung der Halbzeitkonferenz des Dialogs "Arbeiten 4.0". 650 Vertreter aus der Wirtschaft, aus Verbänden und Gewerkschaften und der Wissenschaft diskutieren auf der Konferenz über die Digitalisierung der Arbeitswelt. Immer mehr Jobs werden am Computer von zu Hause erledigt. Neue Märkte und Arbeitsmodelle entstehen. Die Arbeitswelt wird flexibler und individueller - aber wird sie auch besser?

Was heißt Arbeiten 4.0 überhaupt?

Moderne Technik macht es möglich, dass arbeiten von fast überall geht - denn die Arbeitswelt wird vernetzter und digitaler. Arbeiten 4.0 beschreibt diese gewandelten Werte und die Flexibilität von Zeit und Ort. Ein Beispiel ist "Crowdworking". Unternehmen stellen Arbeitsaufträge online. Die Vernetzung via Internet ermöglicht es, Aufträge orts- und zeitunabhängig an viele Personen ("Crowd") zu verteilen, die diese dann flexibel bearbeiten ("Working") - am Computer oder vor Ort. Crowdworker und die Erbringer von Dienstleistungen über digitale Plattformen sind überwiegend Solo-Selbständige, die sich selber sozial absichern müssen.

Individuelle Lösungen finden

Homeoffice - also zu Hause am Computer arbeiten - macht es möglich, Beruf und Familienleben besser zu vereinbaren. Für viele Beschäftigte ist das schon heute eine gute Sache. Die zeitlichen Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen aber oft, beklagen andere. "Wo mehr Flexibilität verlangt wird, müssen im Gegenzug neue Sicherheiten her", so Nahles. Allerdings könne es künftig für Arbeitszeiten, Weiterbildung, Gesundheitsschutz und soziale Sicherung nicht die eine Lösung geben. Vielmehr müssten individuelle Regelungen gefunden werden.

So sei zum Beispiel eine Wahlarbeitszeit ihr Ziel, denn die Prioritäten im Lebenslauf veränderten sich. Sie plane deshalb ein Rückkehrrecht nach Teilzeit- in die Vollzeitbeschäftigung. Auch forderte die Ministerin ein Recht auf Weiterbildung. Diese komme bei Selbständigen oft zu kurz. Gerade die neuen Formen der Selbständigkeit in der digitalen Wirtschaft erforderten dazu neue Angebote.

Studie 4.0

Im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums wurden 1.200 Menschen gefragt, wie sie ihre Arbeitssituation wahrnehmen und in welcher Arbeitswelt sie morgen leben möchten. Dabei wurden sieben klar voneinander unterscheidbare Wertewelten identifiziert. Überraschend sei die starke Polarisierung, so Nahles: zwischen denen, die Sicherheit und soziale Teilhabe gefährdet sehen und denen, die die schnelle digitale Entwicklung als Herausforderung begrüßen.

Die Bundesarbeitsministerin hatte den Dialog "Arbeiten 4.0" vor einem knappen Jahr mit einem Grünbuch gestartet. Darin sind mehrere Handlungsfelder benannt und Fragen, die im breiten Dialog geklärt werden sollen. Bis Ende des Jahres will Nahles ein Weißbuch mit Antworten zur Gestaltung der digitalen Arbeitswelt vorlegen.

Quelle: Bundesregierung

 

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