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10 Fakten rund um den Urlaubsanspruch zum Jahreswechsel

Alle Jahre wieder kommt die Frage auf: Wie steht es denn nun um den Anspruch auf Urlaub rund um die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel? Damit Sie in diesem Jahr genau wissen, auf welche Rechte Sie pochen können, liefern wir Ihnen im Folgenden fünf Fakten rund um Ihren Anspruch auf Urlaub zum Jahreswechsel.

 

1. Weihnachtsfeiertage und Neujahr sind Feiertage

Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag, sowie am 1. Januar ist der Fall klar: Alle drei Tage sind gesetzliche Feiertage. Arbeitnehmer haben also regulär frei. Eine Ausnahme bilden allerdings Berufe, die unter den Paragraf 10 im Arbeitszeitgesetz fallen. Das betrifft Pflegedienste, Kinos und Restaurants.

2. Heiligabend und Silvester sind keine Feiertage

Anders steht es um Heiligabend und Silvester. Nach dem Gesetz sind beide Tage keine Feiertage. Gibt es also keine anderweitigen, firmeninternen Regelungen, muss der Arbeitnehmer grundsätzlich zur Arbeit erscheinen.

3. Ein halber Tag genügt nicht

Natürlich kann ein halber Tag Urlaub genommen werden, doch dieser genügt nicht für einen freien Heiligabend oder Silvester. Nimmt der Arbeitnehmer an diesen Tagen einen halben Urlaubstag, kann ihm der Arbeitgeber im Rahmen der gesetzlichen Regelungen des Bundesurlaubsgesetztes einen vollen Urlaubstag abziehen.

4. Kein Anspruch auf Feiertagszuschlag

Da sowohl Heiligabend, als auch Silvester keine gesetzlich festgelegten Feiertage sind, ist auch ein Feiertagszuschlag nicht vorgesehen. Jeder, der an diesen Tagen arbeiten muss, hat trotz Weihnachtsstimmung keinen Anspruch auf zusätzliches Gehalt.

5. Betriebsurlaub braucht eine Begründung

In einigen Betrieben ist es üblich, an Weihnachten oder zwischen den Jahren Betriebsurlaub anzuordnen. Für den berechtigt angeordneten Betriebsurlaub darf der Arbeitgeber dann Urlaubstage des Arbeitnehmers anrechnen. Doch Betriebsurlaub braucht eine gute Begründung. Ein häufig genannter Grund ist, dass die Kunden ihrerseits freimachen und sich die Öffnung des Unternehmens so nicht lohnen würde. Bei tariflich gebundenen Betrieben lohnt sich allerdings ein Blick in die Tarifverträge.

6. Eltern haben keinen Vorrang

So wenig besinnlich es auch klingen mag: Eltern haben nicht das Recht, bei der Urlaubsplanung vorrangig behandelt zu werden. Auch nicht an Tagen, die sie gerne mit ihrer Familie verbringen würden. Zwar soll der Arbeitgeber grundsätzlich soziale Aspekte bei der Urlaubsplanung berücksichtigen, Singles oder Familien ohne Kinder haben aber dieselben Rechte wie Familien mit Kindern.

7. Der Arbeitgeber hat Direktionsrecht

Da es aber bei der Urlaubsplanung rund um die Feiertage nicht in jedem Betrieb mit einer kurzen Diskussion getan ist, gilt daran zu erinnern: Der Arbeitgeber hat nach Paragraph 106 der Gewerbeordnung ein Direktionsrecht. Er kann bestimmen wer arbeiten muss und wer nicht. Bei seiner Entscheidung soll er zwar, wie bereits angesprochen, „nach billigem Ermessen“ vorgehen, um im Einzelfall unnötige Härten zu vermeiden, doch darauf muss nicht zwingend Rücksicht genommen.

8. Resturlaub kann nicht über das ganze Jahr hinweg abgefeiert werden

Entgegen vieler Vermutungen, ist es in einigen Unternehmen nicht möglich, den Resturlaub mit in das gesamte Folgejahr zu nehmen. Gesetzlich verankert ist, dass restliche Urlaubstage, die nicht genommen werden konnten, nur in den Monaten Januar bis März abgefeiert werden können. Nach dem 31.03 verfällt der Resturlaub. Einige Arbeitnehmer machen allerdings Ausnahmen, die im Vertrag vereinbart sind.

9. Urlaub „zwischen den Jahren“ ist möglich

Da die Tage zwischen Weihnachten und Silvester gewöhnliche Arbeitstage sind, kann der Arbeitnehmer Urlaub einreichen. Arbeitgeber, die ihr Unternehmen in dieser Zeit schließen möchten, sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen für Betriebsferien kennen.

10. Arbeitsausfall durch Witterung ist Betriebsrisiko

Kann die Arbeit – nicht nur rund um die Feiertage – aufgrund von schlechten Wetterverhältnissen nicht rechtmäßig durchgeführt werden, gilt die „Betriebsrisiko“-Lehre und –Rechtssprechung. Störungen des Betriebsablaufs, die es Arbeitnehmern unmöglich machen, die Arbeitsleistung zu erbringen, gehören zum Betriebsrisiko der Unternehmer. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer nicht etwa Urlaub nehmen, sondern erhält auch ohne Arbeitsleistung Lohn. 

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