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Aufgedeckt: 7 Rechtsirrtümer beim Onlineshopping

Jeden Tag werden Millionen an Bestellungen im Netz aufgegeben. Jeder Kauf ist mit einem Kaufvertrag verbunden. Doch über die Rechte und Pflichten, die solch ein Kaufvertrag mit sich bringt, sind die wenigsten ausreichend informiert. Deshalb gibt es etliche Rechtsmythen, die es aufzudecken gilt.

1. Der Vertrag ist mit der Bestellung geschlossen

Dieser vermeintliche Fakt ist ein allgemeiner Irrtum. Denn ein abgeschlossener Vertrag setzt zwei Willenserklärungen voraus: Die des Käufers und die des Verkäufers. Somit reicht die Bestellung des Käufers nicht aus, da der Verkäufer sein Einverständnis noch nicht gegeben hat. Dass die Ware öffentlich eingestellt ist, bedeutet nicht, dass sich der Verkäufer grundsätzlich damit einverstanden erklärt, sie an eine bestimmte Person auszuhändigen. Erst das Versenden der Ware und die Annahme der Bestellung signalisieren das Einverständnis des Verkäufers.

2. Ein Onlineshop muss mehrere Bezahloptionen anbieten

Gesetzlich verpflichtet sind Onlineshops dazu nicht. Natürlich belegen Studien seit langem, dass die Umsätze mit der Anzahl der Zahlungsoptionen steigen, rechtlich notwendig ist dies aber nicht.

3. Ware unterwegs verloren gegangen? Pech gehabt!

Ganz so einfach ist es nicht. Denn das Risiko, dass die Ware auf dem Transportweg verloren geht, trägt nicht der Kunde, sondern der Verkäufer. Käufer können den gezahlten Preis zurückverlangen, beziehungsweise sind nicht dazu verpflichtet ihn zu überweisen. Viele Händler bieten auch an, sie erneut kostenfrei zu senden. Ein rechtlicher Anspruch auf diese Variante besteht jedoch nicht.

4. Es gilt das unbeschränkte Widerrufsrecht

Dass Käufer ein grundsätzliches Widerrufsrecht haben steht außer Frage. Unbeschränkt ist es allerdings nicht. Gesetzliche Ausnahmen bilden beispielsweise leicht verderbliche Lebensmittel oder individuelle Waren, die für den Kunden extra gefertigt wurden. Hier gilt: Die Käufer haben kein Widerrufsrecht, außer der Verkäufer gewährt es ihnen.

5. Beim Auspacken der Ware endet das Widerrufsrecht

Auch dieser Mythos bleibt ein Mythos. Zumindest teilweise. Der Kunde soll wie im Laden die Möglichkeit haben, sich das Produkt vor dem endgültigen Kauf ausgiebig anzuschauen. Deshalb endet mit dem Auspacken auch nicht das Widerrufsrecht. Es sei denn es handelt sich um versiegelte Hygiene-Artikel, Ton- und Videoaufnahmen oder Computersoftware.

6. Die Rücksendungskosten muss der Käufer übernehmen

Bei mangelhaften Produkten gilt: Der Verkäufer muss auch hier die Kosten einer Rücksendung und gegebenenfalls die Reparaturkosten übernehmen. Der Käufer muss in diesem Fall nicht für die Rücksendung aufkommen.

7. Online-Händler sind zur gesetzlichen Garantie verpflichtet

Zuerst einmal gibt es keine gesetzliche Garantie, die Online-Händler einhalten müssten. Das Gesetz schreibt nur eine zweijährige Gewährleistung vor, von der Online-Händler nicht abweichen können. Die Garantie ist hingegen eine freiwillige Leistung der Verkäufer und bezieht sich auf den Erhalt der Funktionsfähigkeit des Produkts für einen festgelegten Zeitraum. Ob, wie lange und zu welchen Bedingungen die Garantie gewährt wird, ist den Verkäufern rechtlich freigestellt.

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