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Schneechaos: Die 6 wichtigsten Rechte und Pflichten im Winter

Minusgrade bestimmten die Wetterkarte in Deutschland. Immer wieder rieseln die weißen Flocken vom Himmel herunter. Mal mit, mal ohne Vorwarnung. Nicht selten steht man nach dem morgendlichen Stress vor Schneemassen und hat eigentlich keine Zeit, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Wir beantworten die am häufigsten gestellten Fragen, zu Pflichten und Rechten in der kältesten Zeit des Jahres. 

 1. Muss ich schneeschieben?

Die wohl häufigste aller Fragen ist leider schnell zu beantworten. In Deutschland ist es Pflicht den Bürgersteig auf einem Korridor von etwa 1,20 m bis 1,50 m Breite freizuräumen. Die Kernzeit, in der der Gehweg schnee- und eisfrei sein muss, ist in der Arbeitskernzeit von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Selbst bei Krankheit gilt die Pflicht. In einzelnen Fällen kann auch der Mieter für das Schneeschieben verantwortlich sein. Ist dem so, dann finden Sie eine Klausel in Ihrem Mietvertrag.  

 2. Muss ich für entstandene Schäden aufkommen?

Haben Sie Ihren Gehweg nicht ordnungsgemäß von Schnee und Eis befreit, dann hat ein Fußgänger bei einem Sturz das Recht auf Schadensersatz und gegebenenfalls Schmerzensgeld. Leben Sie in einer Mietwohnung, dann greift hier normalerweise Ihre Haftpflichtversicherung. Muss sich laut Vertrag der Vermieter um die Räumung kümmern, dann tritt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ein.

 3. Was, wenn ich mich an einer Bahn- oder Busstation verletze?

Ist der Weg an einer Station eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht sicher, dann handelt es sich um pflichtwidrige Unterlassung. Dann haben Sie Anspruch auf Schmerzensgeld und der Betreiber des Verkehrsbetriebs macht sich strafbar. 

 4. Darf ich bei Schneechaos zu spät zur Arbeit kommen?

Nein, das Wetter ist kein triftiger Grund, um zu spät zur Arbeit zu kommen. Der Arbeitgeber kann Ihnen die Zeit, die Sie zu spät kommen vom Lohn abziehen, oder anordnen, dass Sie länger bleiben müssen. Allerdings können Sie auch nach mehrfachem zu spät kommen nicht einfach gekündigt werden. Erst muss eine Abmahnung erfolgen.

 5. Reicht es, die Frontscheibe freizukratzen?

Auch hier ist ein klares nein die Antwort. Alle Fenster und Scheiben müssen vollständig sauber sein, ansonsten droht Ihnen ein Bußgeld. Außerdem muss das Dach von Schnee befreit werden, da dieser beim Bremsen nach vorne rutschen und Ihnen die Sicht versperren kann. Auch in diesem Fall droht Ihnen ein Bußgeld.

 6. Was, wenn mein Flieger nicht startet oder mein Zug zu spät kommt?

Nicht selten können Flugzeuge bei Schnee nicht starten. Bei einer Verspätung von mehr als fünf Stunden, können Sie vom Luftbeförderungsvertrag kostenfrei zurücktreten und erhalten Ihr Geld zurück. Bei Bahnreisenden ist das ähnlich. Bei über einer Stunde Verspätung erhalten Sie eine Erstattung. 25 Prozent des Reisepreises werden dann erstattet. Ab zwei Stunden Verspätung sind es dann 50 Prozent.

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